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Tarifvertrag metall- und elektroindustrie urlaubsgeld

Wenn Sie von mitarbeitern auf die Unternehmensebene wechseln, sehen Sie, dass für 73 Prozent der Unternehmen in Deutschland kein Tarifvertrag gilt. Im Westen wenden 29 Prozent der Unternehmen einen Branchen- oder Unternehmenstarifvertrag an, in Ostdeutschland ist der Anteil mit 20 Prozent sogar noch niedriger. 42 Prozent der Unternehmen im Westen und 34 Prozent der Betriebe im Osten, die keinen Tarifvertrag hatten, gaben an, einen Branchentarifvertrag zu nutzen. Forscher der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben festgestellt, dass die Tarifverhandlungen in Deutschland seit Jahren rückläufig sind. “Selbst wenn dieser Erosionsprozess allmählich erfolgt, ist der Trend als solcher klar und setzt sich fort, zumindest in Westdeutschland.” Gut die Hälfte dieser Beschäftigten in Westdeutschland und rund 43 Prozent in Ostdeutschland arbeiteten nach Angaben des IAB in Unternehmen, die ihrer Meinung nach auf einem Branchentarifvertrag basieren. Beispielsweise kann ein Unternehmen nach dem Tarif bezahlen, aber es gilt eine andere Arbeitswoche im Unternehmen, oder Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld können nicht gezahlt werden. Tatsächlich arbeiteten im vergangenen Jahr 44 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in Unternehmen mit Branchentarifvertrag. Das zeigen nun neue Daten des Betriebspanels des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In Westdeutschland arbeiteten 46 Prozent der Beschäftigten in Tarifverträgen – zwei Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. In Ostdeutschland sank die Quote im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 34 Prozent.

Tarifverträge seien “ein wesentlicher Pfeiler der sozialen Marktwirtschaft”, sagte Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dem Handelsblatt. “Gute Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen lassen sich nur mit einem Tarif erreichen – das zeigte sich auch in der Corona-Krise”, betonte der Gewerkschafter. Das bedeutet, dass rund 47 Prozent der westdeutschen und 55 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer keinen Tarifvertrag hatten. In Ganz Deutschland lag der Anteil bei 48 Prozent. In der Corona-Krise ist oft von Tarifverträgen als Garant für gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung die Rede. Supermarktkassierer oder Pfleger werden nicht nur mit Merci-Schokolade oder Applaus vom Balkon bedient, sagt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) immer wieder, sie hätten auch einen angemessenen Tarifschutz verdient. Aber in vielen Bereichen sind die Tarifverhandlungen “lausig”. Darüber hinaus muss die Bundesregierung die Möglichkeit, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, weiter erleichtern. Die Arbeitgeber sollten nicht mehr in der Lage sein, die allgemeine Haftung zu blockieren.

Der Gesetzgeber muss daher endlich unterstützend eingreifen – am besten, indem er mit gutem Beispiel vorangeht und nur tarifgebundene Unternehmen öffentliche Aufträge vergibt. Es gilt die Regel: Je größer das Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es einen Tarifvertrag gibt. So sind Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten im Westen und mehr als 500 Beschäftigten im Osten meist tarifgebunden. Doch gerade in Ostdeutschland wächst die Tendenz, sich einem Unternehmen statt einem Flächentarif zu unterwerfen, stärker. Im Einzelhandel beispielsweise haben nicht mehr als sieben von zehn Beschäftigten keinen Tarifvertrag mehr. Im Bereich Gesundheit, Bildung und Lehre liegt der Anteil bei 43 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe hat jeder zweite Arbeitnehmer (56 Prozent) einen Tarifvertrag. Für die Tarifverträge, in ganzen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie, kommen die Tarifverträge ins Spiel.